Es gibt immer noch alte Geister, die verzweifelt über das Ende der Ehe moralisieren. Weinen Sie dieser Konstellation der Beziehung nicht nach! Sie ist als „Nebenprodukt“ des klassischen Subjekts entstanden und hat auch der patriarchalischen Gesinnung, also der Männerherrschaft „gute Dienste“ geleistet. Die Ehe ist heute, in der Postmoderne, genauso wie das klassische Subjekt,  überhaupt nur noch durch ihre „Abschiedstournee“ zu erkennen.
Der Ehebegriff setzt die Geschlechtsunterschiede voraus und versucht dann der Differenz die Einheit aufzuzwingen. Dabei hat Christus, in seiner Inkarnation auf der Erde, keine Geschlechtsidentität beansprucht. Jesus Christus hatte in seiner irdischen Erscheinung lediglich männliche Geschlechtsmerkmale, was die katholische Kirche gleich als Vorteil für das männliche Geschlecht ausgenutzt hat. Und das bis heute! Die evangelischen Kirchen versuchten, das Problem zumindest symptomatisch zu lösen.
Homosexuelle Ehen galten schon immer als größte Provokation in der patriarchalischen Welt und damit auch unter den Katholiken. Dabei bestimmt nicht die geschlechtliche Identität die Zukunft der Ehe, im Sinne eines lebendigen Subjekts, sondern die Liebe. Die Liebe ist jedoch nicht von der Materialität der Geschlechter abhängig, sie ist nicht von dieser Welt. Differenz und Einheit, die in der Liebe miteinander in einen Dialog treten, sind in der Ehe nicht materieller Natur. Darauf weist auch die Behauptung hin: Ehen werden im Himmel geschlossen.
In der Auseinandersetzung mit der Postmoderne siehe auch von Pavel Vitalis: „Peter Sloterdijks religiöse Verstellungen aus der Sicht des Urchristentums“, Norderstedt, 2008.
Über das Versagen des klassischen Subjekts durch das Intellektualisieren in der Religion siehe auch von Pal Dragos: „Vom Urchristentum zur Krise des Subjekts“, Norderstedt, 2008.
Kostenfreie Leseproben: www.pal-dragos.de
Weitere Infos: www.wachstumstrend.de

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