Kreuzbandriss - Einbahnstraße in die Arthrose?

(Bildquelle: Pixabay)

Spannendes aus der Knie-Chirurgie auf dem Deutschen Olympischen Sportärztekongress in Hamburg

Viele Sportler kennen das Leid: ein pl√∂tzlicher Stopp, kurzer Richtungswechsel – und schon zuckt ein wahnsinniger Schmerz durch¬īs Knie. Das vordere Kreuzband ist √ľberdehnt, ausgeleiert oder gar gerissen. Nichts geht mehr. Doch wie sollte das Ganze behandelt werden und welchen Einfluss hat das auf die sp√§tere Abnutzung des Kniegelenkes?

Antworten darauf gibt Dr. Christian Egloff, Teamleiter Kniechirurgie der Orthop√§dischen Universit√§tsklinik Basel auf dem ersten Deutschen Olympischen Sport√§rztekongress in Hamburg. „Wenn das vordere Kreuzband rei√üt und keine ad√§quate Behandlung erfolgt, kann dies zu einem instabilen Kniegelenk f√ľhren“.
„Aus Langzeitbeobachtungen wissen wir, dass ein instabiles Gelenk zum Verschleiss von Knorpel und Meniskus f√ľhrt und sich fr√ľhzeitig eine Arthrose des Kniegelenks entwickeln kann“, erkl√§rt Egloff.

Neuere Studie zeigten nun, dass in den ersten Jahren meist noch nichts zu merken ist, nach 10 Jahren k√∂nne man aber Ver√§nderungen bereits auf dem R√∂ntgenbild sehen, nach 15 Jahren w√ľrden dann viele Patienten eine Osteoarthrose entwickeln.
Osteoarthrose ist die Abnutzung des glatten elastischen Gelenkknorpels. Das geht so lange, bis kein Knorpel mehr da ist. „Am Schluss l√§uft man sozusagen auf den Felgen“, so der Mediziner. Das Vollbild der Arthrose geht mit starken Schmerzen und deutlich eingeschr√§nkter Beweglichkeit einher. Die Lebensqualit√§t nehme rapide ab, bis die Patienten gar nicht mehr vor die Haust√ľr gehen. Oft bleibt dann nur noch das k√ľnstliche Kniegelenk“.

In verschiedenen biomechanischen Studien konnte Dr. Egloff sehen, dass die Instabilit√§t des Knies einer der gr√∂√üten Risikofaktoren f√ľr diese unheilvolle Entwicklung ist. In seiner Praxis hat er vornehmlich mit Freizeit-Sportlern zu tun. Der h√§ufigste Verletzungsmechanismus ist die Kombination aus Verdreh- und Einknicktrauma. Typische Sportarten f√ľr solche Verletzungen sind Fu√üball, Hand- und Volleyball, aber auch das Skifahren.

Egloff: „Die Entscheidung, ob ein Kreuzband operiert werden sollte oder nicht, ist von vielen verschiedenen Faktoren abh√§ngig und muss mit dem Patienten ausf√ľhrlich besprochen werden. Begleitverletzungen wie ein eingeklemmter Meniskus oder zus√§tzliche Bandverletzungen zwingen gelegentlich zum raschen operativen Vorgehen. Bei sportlich sehr aktiven Patienten (insbesondere Kontaktsportarten) ist eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes meist zu empfehlen. Aber auch, wenn man das Kreuzband in einer OP ersetzt, kann man die Arthrose nicht immer verhindern. Durch die Stabilisierung des Kniegelenks k√∂nnen wir sie entscheidend hinausz√∂gern und die Beweglichkeit des Sportlers erhalten.“

Der Deutsche Olympische Sport√§rztekongress wird von der Gesellschaft f√ľr Orthop√§disch-Traumatologische Sportmedizin und der Deutschen Gesellschaft f√ľr Sportmedizin und Pr√§vention veranstaltet.

Die Gesellschaft f√ľr Orthop√§disch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der weltweit zweitgr√∂√üte Zusammenschluss von Sportorthop√§den und Sporttraumatologen. In der trinationalen Gesellschaft sind rund1300 f√ľhrende Sport√§rzte im Bereich Orthop√§die und Traumatologie aus Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz zusammen geschlossen. Neben der Sicherstellung der kompetenten Versorgung sportverletzter Patienten setzt die GOTS qualitative Standards f√ľr deren Behandlung. Ziel ist es, das Verst√§ndnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualit√§t zu erhalten. Der Wissenstransfer findet auf dem j√§hrlich stattfindenden internationalen GOTS-Kongress statt. Die GOTS hat durch die Mitgliedschaft von Verbands- und Olympia-√Ąrzten einen intensiven Bezug zur Hochleistungsmedizin.

Firmenkontakt
Gesellschaft f√ľr orthop√§disch-traumatologische Sportmedizin
Kathrin Reisinger
Breite Straße 10
07749 Jena
01776005555
kongress-presse@gots.org
http://www.gots-kongress.org

Pressekontakt
GOTS
Kathrin Reisinger
Breite Straße 10
07749 Jena
01776005555
kongress-presse@gots.org
http://www.gots.org