Hub Conference in Berlin zeigte Handlungsdruck f├╝r Banken

FRANKFURT AM MAIN. Daten und Algorithmen werden wie ├╝berall sonst auch in der Bankenbranche immer wichtiger. Das bedeute jedoch nicht, dass die pers├Ânliche Beratung ausgedient habe, sagt Stefan Ro├čbach vom Management Board der TME AG, einer Frankfurter Unternehmensberatung f├╝r Financial Services. Auf der Hub Conference in Berlin sei erneut deutlich geworden, dass die Zukunft den Unternehmen geh├Âre, „die sowohl ihre Kunden als auch die stets wachsenden Datenmengen besser verstehen“. Rund 3.000 „digital leaders“ trafen sich Ende November auf dem interaktiven Business Festival, um ├╝ber den digitalen Zeitenwandel zu diskutieren.

Die Frage, ob Banken ihre Angebote an den digitalen Wandel anpassen sollten oder nicht, sei v├Âllig ├╝berfl├╝ssig, so Ro├čbach. „Sie m├╝ssen es so schnell wie m├Âglich tun, wollen sie nicht abgeh├Ąngt werden.“ Bei der Geldanlage und anderen Dienstleistungen sowie Produkten der Finanzbranche w├╝rden digitale Tools die Berater perfekt unterst├╝tzen – sofern man die Tools richtig anwendet. Es werde mehr Individualit├Ąt und ein umfassendes Kundenerlebnis geben, wie die Hub Conference klar gezeigt habe.

Die Zukunft geh├Ârt also einer Co-Existenz von Mensch und Maschine. Ja, trotz aller Digitalisierung werde die zwischenmenschliche Interaktion weiterhin erfolgskritisch bleiben, glaubt Ro├čbach. „Nat├╝rlich erwarten die Kunden heute einen top-informierten Berater, was nur mit Hilfe neuer Technologie m├Âglich ist. So muss die Vielzahl der Daten, die der Kunde angibt oder durch seine Handlungen hinterl├Ąsst, intelligent ausgewertet werden. Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft ist die Verwandlung von Big Data in Smart Data angesagt, also die Extraktion von leicht anwendbaren sowie genau passenden Daten aus riesigen unstrukturierten Datenmengen. Eine fundierte Kenntnis ihrer individuellen Situation und der M├Ąrkte ist indes f├╝r die Kunden nicht genug. Gleichzeitig suchen sie gerade wegen der zunehmenden Automatisierung Dinge, bei denen der Computer dem Menschen zumindest noch lange unterlegen sein wird: Empathie, Humor, Improvisation und die F├Ąhigkeit zum echten Zuh├Âren.

Um diesen Kundenw├╝nschen Gen├╝ge zu tun, m├╝ssen sich Banken radikal ver├Ąndern. Statt mehr oder weniger abgeschottet zu arbeiten, sollten sie sich laut Ro├čbach in digitale ├ľkosysteme einbringen – und das mit der f├╝r ein nat├╝rliches ├ľkosystem typischen Offenheit nach vielen Seiten. Damit sind unter anderem Kooperationen mit FinTechs gemeint. Aktuell w├╝rde in Deutschland im Vergleich zu anderen L├Ąndern noch viel zu wenig in die FinTech-Szene investiert, bedauert Ro├čbach: „In den USA sind die Venture-Capital-Investments zw├Âlfmal so hoch wie hierzulande.“ So sei es zu begr├╝├čen, dass die KfW k├╝nftig gezielt Startups f├Ârdern wolle, um Deutschland zukunftsfit zu machen. Das sei unabdingbar, um auch in der digitalen Welt eine wirtschaftlich f├╝hrende Rolle behaupten zu k├Ânnen.

Agilit├Ąt sichert ├ťberleben
Auf dem Weg dorthin haben Banken einige Herausforderungen zu bew├Ąltigen, die ebenfalls Thema auf der Hub Conference waren. Da ist zum Beispiel die immer sch├Ąrfere Regulierung, der sich mit Unterst├╝tzung digitaler L├Âsungen leichter begegnen l├Ąsst. Weniger konkret, doch wohl noch wichtiger sei der kulturelle Wandel, den Kreditinstitute angehen m├╝ssten, betont Jan Franz, Consulting Manager der TME. Neben alten Tugenden, die etablierte Banken gro├č gemacht haben, brauche es heute Agilit├Ąt in der Zusammenarbeit mit anderen. „Nur so kann das eigene oder auch das neue, etwa in Kooperation mit einem FinTech entstandene Gesch├Ąftsmodell immer wieder ver├Ąndert werden“, so Franz. Und das sei in der sich schnell entwickelnden digitalen Welt ├╝berlebenswichtig.

├ändert man die Einstellung und betrachtet man statt der Probleme oder Herausforderungen vor allem die Chancen, sieht die Lage f├╝r Banken eher gut aus. Ro├čbach: „Sie haben Kontakt zu vielen verschiedenen Industrien einerseits und digitalen Marktf├╝hrern andererseits. Ideal, um von disruptiven Trends zu profitieren.“ Beispiele daf├╝r seien die Nutzung von Virtual Reality, K├╝nstlicher Intelligenz und dem Internet of Things. Funktionieren werde das jedoch nur, wenn die Banken handeln. „Do Change Management“ sei auch ein Impuls, den er aus Berlin mitgenommen habe, sagt Ro├čbach. Ein anderer stamme von einem Startup und lautet: „Vision vor Mission!“ In diesem Aufruf stecke genau das, was jetzt entscheidend ist: „Die Digitalisierung erfordert vor allem ein neues Denken und eine h├Âhere Geschwindigkeit. Und die Vision sollte klar sein, bevor die Mission startet, diese zu realisieren.“

Die TME AG – mit Sitz in Frankfurt Main – ist eine Unternehmensberatung f├╝r Financial Services, die auf Digital Banking, Risk & Regulatory sowie Transformation Management spezialisiert ist. Das Team ist entlang der gesamten Wertsch├Âpfungskette aktiv – von der Konzeption ├╝ber die Transformation bis zur Umsetzung, insbesondere f├╝r digitale Gesch├Ąftsmodelle und deren regulatorische Anforderungen. Zu den Kunden z├Ąhlen Banken und Versicherungen, aber auch FinTechs sowie Unternehmen aus der Digitalbranche.

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